Der Fluch des fatalen Todes
Danjel
Ich halte den Atem an. Vor allem, um nicht gehört zu werden, aber zu einem kleinen Teil auch, weil es in diesem Schrank einfach nicht gut riecht.
Durch die engen Lamellen der Schranktür versuche ich, die Gesichter der beiden Männer auszumachen, die den Raum durchsuchen, den ich gerade in Ruhe durchsuchen wollte, als ich Schritte auf der Treppe hörte.
Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und werfe dabei versehentlich eine Gummihand und danebenstehende Gleitcreme um, die glücklicherweise kein Geräusch machen. Vorsichtig schiebe sich sie ein Stück zur Seite. Was die Leute in ihren Schränken haben, es ist unglaublich.
Der eine Typ sieht aus wie Rambo in groß und gefährlich und hat ein großes Messer in der linken Hand. Ich beschließe, ihn Rambomesser zu nennen. Immerhin kenne ich seinen richtigen Namen nicht, und kann aktuell schlecht danach fragen. Außerdem ist es ein guter, deskriptiver Name, der mich immer daran erinnern wird, wie er aussieht und ob er ein Messer in der Hand hatte.
Der andere Mann ist deutlich kleiner, vermutlich italienischer Abstammung und besitzt einen beachtlichen Schnurrbart. Ihn werde ich »Super Mario« nennen, obwohl er keinen Blaumann trägt und bis auf den Schnurrbart kaum Ähnlichkeiten mit Super Mario hat.
Plötzlich höre ich Schritte auf der Treppe. Die beiden Kerle hören offenbar ebenfalls Schritte auf der Treppe, denn sie halten inne.
»Scheiße, Paul, Schritte auf der Treppe!«, sagt Super Mario zu Rambomesser. Auch, wenn ich dadurch Rambomessers richtigen Namen gelernt habe, werde ich ihn weiterhin Rambomesser nennen, denn er sieht nicht aus wie ein Paul.
»Schnell, in den Schrank!«, zischt Rambomesser und zeigt auf mich. Ich erschrecke. Mir wird klar, dass er auf den Schrank zeigt, und nicht auf mich. Ich erschrecke noch mehr.

