NaNoWri-Buh!

Florian "fruehstuecksflocke" Waldner

Der Stuhl quietscht bedrohlich, als du dich zufrieden hinsetzt und vorsichtig die volle Tasse vor dir abstellst, in der das schwarze Gold bis zum Rand steht. Ein Wunder, dass du es ohne zu Kleckern bis zum Schreibtisch geschafft hast.
Du rutschst mit deinem Hintern mehrmals hin und her, um es dir bequem zu machen, ehe du dein Netbook aufklappst. Die Uhr am rechten unteren Bildschirmrand zeigt 21:22 an. Noch gut zweieinhalb Stunden, bis der NaNo beginnt. Du nippst an deinem Kaffee, verbrennst dir die Zunge, hechelst. Lehnst dich zurück und siehst dich zufrieden um.
Im Kamin prasselt ein gemütliches Feuer, malt gemeinsam mit dem einsamen Licht des Netbookbildschirms Schatten an die Wand. An der Wand hängt ein Elchgeweih, der Schreibtisch ist abgewetzt und gebraucht. Perfekt. Hier findest du die Einsamkeit, die du brauchst, um deine Kreativität auszuleben. Um produktiv zu sein. Um den NaNo-Kick-Off mit 3000 Wörtern zu rocken.
Einsam und still ist es, nur das Quietschen deines Drehstuhls und das Klappern der Tastatur ist zu hören. Zum zehnten Mal änderst du deine Überschrift. "Schatten, das klingt gut." Die Einsamkeit macht dich selbstgesprächig. Draußen knarrt es. "Nein. Besser: Zwielicht." Tastaturklappern. "Oder doch anders? Anders! Das ist es." Der Cursor hüpft über den Bildschirm, als du tippst. "Nein, das hatte Hohlbein schon - Moment: Was hat da geknarrt?"
Der Wind.